Allgemeine Werkstoffeigenschaften
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Weiß-anätzendes Rissnetzwerk unterhalb der Laufbahnoberfläche eines Rillenkugellagers (100Cr6)
Untersuchung des Schadensmechanismus ‚Weißanätzende Bereiche‘ in Windkraftlagern

Thema: Archiv

Verantwortliche Mitarbeiter:
    →  Dipl.-Ing. Tobias Ninnemann

Die Windkraft ist zu einem wichtigen Bestandteil beim Thema Energiewende geworden. Vereinfacht gesprochen basiert die Stromerzeugung auf einer Konversion von mechanischer Energie in Elektrische. Hierzu muss das Drehmoment der Rotoren durch die Hauptantriebswelle und Getriebeeinheit einem Stromgenerator zugeführt werden. Die Wälzlager in der Getriebeeinheit zeigen hierbei häufig Frühausfälle, welche durch eine Schadensbild geprägt werden, das sich durch Rissnetzwerke unterhalb der Laufbahnoberfläche auszeichnet. Diese werden seitlich von nanokristallinen Bereichen flankiert, welche bei herkömmlicher Ätzung und lichtmikroskopische Betrachtung weiß erscheinen, wodurch der Name weiß anätzende Bereiche geprägt wurde. In Kombination mit den erwähnten Rissnetzwerken wird im Englischen auch von ‚White-etching cracks‘ kurz ‚WECs‘ gesprochen, siehe Abbildung. Diese führen bei kontinuierlicher Überrollung zu Ausbrüchen an der Laufbahnoberfläche. In diesem Fall findet sich in der Fachliteratur auch die Bezeichnung ‚White-structure flaking‘ kurz ‚WSF‘.

Die Aufgabe dieses Forschungsprojekts besteht darin, diese bis hierhin unverstandene und statistisch auftretende Schadensbild auf einem Prüfstand zu reproduzieren um somit Rückschüsse auf die verursachenden Parameter zu erhalten. Hierzu wurde ein Prüfstand konzipiert und realisiert. Der Prüfstand ermöglicht es neben der reinen mechanischen Belastung auch weitere Belastungsarten zu überlagern. Augenmerk wird hier auch auf elektrische und chemische Einflüsse gelegt.


Stand: 19.05.2016